Kreuzpreiselastizität misst die relative Nachfrageänderung eines Angebots, wenn sich der Preis eines anderen ändert.
Kreuzpreiselastizität misst die relative Nachfrageänderung eines Angebots, wenn sich der Preis eines anderen ändert. Ein positiver Wert deutet auf Substitution, ein negativer auf Komplementarität. Das Vorzeichen reicht nicht: gewonnene Menge eines margenschwachen Substituts kann Verlust des umgepreisten Angebots nicht kompensieren, und gemeinsame Korrelation kann Interaktion vortäuschen. Eine gerichtete Matrix aus glaubwürdiger Variation schätzen und jeden Transfer in Portfolio-Contribution umrechnen.
Entscheidung und Methode.
Preis erst ändern, nachdem zu Substituten und Komplementen verschobene Mengen und ihr Nettoeffekt auf Marge, Akquisition und Sortimentsarchitektur simuliert wurden. Interne Angebote, Wettbewerber, Nichtkonsum und bewegliche Komplemente aufnehmen; Segment, Kanal und Zeitraum fixieren. Echte Nettopreise, Verfügbarkeit, Promotion, Saison, Distribution und Exposition aufbauen. Log-Nachfrageänderung B durch Log-Preisänderung A mit Intervall schätzen; Verzögerungen, Aufwärts-/Abwärtsasymmetrie und Segmentstabilität testen. Antworten auf Basisvolumen anwenden und Nettopreis, Stückmarge, Transfers und Kosten in zentralem, vorsichtigem und ungünstigem Szenario berechnen.
Rechenbeispiel.
Eine Range verkauft 10.000 Premium-Einheiten zu 120 € und 18.000 Standard zu 80 €, mit Stück-Contribution 62 € und 34 €. Eine Premium-Erhöhung um 5 % hat Eigelastizität −1,4 und Kreuzelastizität Standard/Premium +0,35. Premium verliert 10.000 × 7 % = 700 Einheiten; neue Stück-Contribution 68 €, somit 9.300 × 68 = 632.400 € statt 620.000 €. Standard gewinnt 18.000 × 1,75 % = 315 Einheiten, 10.700 € Contribution. Brutto-Portfoliogewinn: 23.100 €. Aber 240 neue Standardkunden hätten später Premium gekauft; verlorener Zukunftswert bei 120 €: 28.800 €. Sofortgewinn wird −5.700 €. Erhöhung im Pilotsegment auf 2 % begrenzen und Service-Fence ergänzen.
Prüfungen und Grenzen.
Matrix gerichtet und kontextsegmentiert halten; identifizierbare Preisvariation nahe Entscheidungsbereich verwenden; Transfers in Contribution und Zukunftswert umrechnen; ungünstige Intervalle müssen zum akzeptierten Risiko passen. Elastizitäten ändern sich mit Höhe, Richtung und Dauer; unbeobachtete Wettbewerber können Transfers aufnehmen; aggregierte Modelle beschreiben heterogene Substitution schlecht.
Ressourcen und Quellen.
Kreuzelastizitätsmatrix herunterladen. Weiterführend: Eigelastizität, Kannibalisierung simulieren, Portfolio abwägen. Quellen: Deaton & Muellbauer (1980); Berry, Levinsohn & Pakes (1995); Bijmolt, Van Heerde & Pieters (2005).
