Titel: Sensitivitätsanalyse: die Annahme finden, die die Entscheidung verändert.
Titel:
Sensitivitätsanalyse: die Annahme finden, die die Entscheidung verändert.
Beschreibung:
Sensitivitäts-Tornado, gekoppelte Szenarien und Robustheitsregeln zum Test einer Marketing-Mix-Empfehlung.
Antwort:
Sensitivitätsanalyse bedeutet nicht, jeden Parameter um ±10 % zu variieren. Sie soll plausible Annahmen finden, die Vorzeichen, Rang oder Umsetzbarkeit einer Entscheidung verändern. Parameter werden nach Unsicherheit und bei Bedarf gemeinsam variiert.
Methode und Entscheidung:
Basisszenario, Ergebnis, Restriktionen und Alternative veröffentlichen. Geschätzte Parameter, kontrollierte Entscheidungen, Restriktionen und externe Ereignisse trennen, da Bereiche und Behandlung unterschiedlich sind. Tornado zur Lokalisierung sensibler Parameter nutzen, dann gekoppelte Szenarien für plausible Kombinationen. Testkosten mit vermeidbarem Verlust bei falscher Zentralannahme vergleichen. Empfehlung nur übernehmen, wenn sie in plausiblen Szenarien akzeptabel bleibt, oder Information finanzieren, die Unsicherheit im entscheidenden Parameter reduziert.
Rechenbeispiel:
Die Noroa-Reallokation liefert zentral +122 T€. Plausible Medienelastizität verschiebt das Ergebnis von −92 T€ auf +71 T€, Marge von −64 T€ auf +58 T€. Nur vorsichtige Elastizität lässt +30 T€ übrig. Mit niedriger Marge wird daraus −34 T€. Ein Sechs-Wochen-Test kostet 18 T€ und kann Elastizitätsunsicherheit halbieren. Nicht direkt einsetzen, sondern Pilot finanzieren, weil dessen Kosten unter dem potenziellen Verlust des ungünstigen kombinierten Szenarios liegen.
Grenzen:
Lokale Analyse übersieht möglicherweise Nichtlinearitäten oder starke Interaktionen. Szenarien decken unvorstellbare Ereignisse nicht ab. Zu enge Bereiche bestätigen nur das zentrale Szenario.
